Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Umwelttipps für den Umgang mit Wasser für Landwirte

Stoffeinträge aus der Fläche belasten unsere Gewässer. Durch sorgfältigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, Gülle und Festmist helfen Sie mit, die Wasserqualität unserer Flüsse und Bäche sowie des Grundwassers zu erhalten und zu verbessern.

Gewässerverträglicher Pflanzenschutz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist schon lange selbstverständlich. Der leichtfertige und übermäßige Umgang bringt zahlreiche Probleme mit sich. Deshalb ist beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ein Sachkundenachweis erforderlich.
Pflanzenschutzmittel in Gewässern sind schädlich für alle darin lebenden Organismen. Hauptsächlich beim Befüllen und Reinigen der Geräte gelangen Pflanzenschutzmittel über Kanäle und Kläranlagen in die oberirdischen Gewässer.

Helfen Sie mit, die Gewässergefährdung zu verringern durch

Einsparen von Pflanzenschutzmitteln

Ein Rübenhackgerät, das an einen Traktor angehängt wird, im Einsatz. + Rübenhackgerät

Pflanzenschutzmittel können eingespart werden, wenn man sich an folgende Regeln hält:

Bandspritze + Bandspritze

Vorsichtiger Umgang mit Pflanzenschutzmitteln

Spritzeinatz mit Traktor: durch Abdrift geht viel Spritzflüssigkeit verloren. + Durch Abdrift geht viel Spritzflüssigkeit verloren.

Auf dem Hof:

Auf dem Feld:

Abrift vermeiden:

Optimale Geräteausstattung und regelmäßige Spritzenkontrollen

Spezialdüsen ermöglichen die Reinigung von Spritzmittelkanistern (1)

Spezialdüse + Düse

Füllstandsanzeiger erleichtern mittels Schauglas oder Schwimmer das exakte Ansetzen der Spritzbrühe (2)

Füllstandanzeiger + Füllstandsanzeiger

Injektordüsen oder luftunterstützte Systeme vermindern die Abdrift (3)

Darstellung einer Landmaschine zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln + Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln

Der Zusatzbehälter ist für die Reinigung zweckmäßig (4)

Zusatzbehälter + Zusatzbehälter

Waschbürsten und Schlauch ermöglichen eine Reinigung auf dem Feld (5)

Waschbürsten und Schlauch + Waschbürsten und Schlauch

Die gesetzlich festgelegte Überprüfung auf speziellen Prüfständen ist durch ausgebildetes Fachpersonal im Abstand von zwei Jahren durchzuführen.

Ordnungsgemäße Lagerung von Pflanzenschutzmitteln

Bei der Lagerung von Pflanzenschutzmitteln ist die Anlagenverordnung (VAwS) zu beachten. Eine Übersicht über die Anforderungen finden sie einer Broschüre des Landesamtes für Landwirtschaft (siehe Seitenende unter "Weiterführende Informatinen"). Auskünfte hinsichtlich der wasserwirtschaftlichen Anforderungen erteilen die Fachkundigen Stellen für Wasserwirtschaft an den Kreisverwaltungsbehörden.

Silieren ohne Probleme

Gärsaft stellt eine Gefahr für Boden und Gewässer dar. Beim Silieren von Gras, Mais, Rübenblättern oder Zwischenfrüchten entsteht Gärsaft - ein regelrechter Nährstoffcocktail.

Bestimmend für den Gärsaftanfall ist der Trockensubstanzgehalt des Siliergutes. In den ersten Tagen nach dem Einsilieren entsteht der größte Teil des Gärsaftes.

Entweichen von Gärsaft oder verunreinigtem Wasser führt zur Ungenießbarkeit des Trinkwassers (schon geringe Mengen verderben den Geschmack).

Gärsaftanfall bei Trocken- und Nasssilagen. Bei Nasssilagen ist der Anfall um ein vielfaches höher. + Gärsaftanfall bei Trocken- und Nasssilagen

Gewässerverunreinigungen, die vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurden, können mit Geldstrafen und mit Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren geahndet werden. Der Verursacher haftet zusätzlich für entstandene Schäden.

Nichts passiert, wenn...

Anforderungen an Flachsilos

Anforderungen an Massivsilos bezüglich des Standortes:

bezüglich der Bauausführung:

Flachsilo mit seitlichen Wänden in Betonbauweise + Flachsilo mit seitlichen Wänden (Betonbauweise)

Anforderungen an Behelfssilos bezüglich des Standortes:

Anforderungen an Ballensilagen:

Unter normalen Bedingungen tritt kein Gärsaft aus. Ballen dürfen nicht in Überschwemmungsgebieten gelagert werden (Gefahr der Abschwemmung).

Sonstige Hinweise für korrekte Silos

Im übrigen sind die Vorschriften der Anlagenverordnung (VAwS) zu beachten.

Gülle, Festmist und Jauche

Gülle enthält einen hohen Anteil an Ammoniumstickstoff. Dieser kann im Gewässer zu Ammoniak umgewandelt werden, das schon in sehr geringer Konzentration giftig für Kleinlebewesen und Fische ist.

Beim Abbau von Wirtschaftsdünger wird im Gewässer Sauerstoff verbraucht, der somit den Lebewesen fehlt. Faulschlammbildung und oft auch Fischsterben sind die Folgen.

Der Nährstoffgehalt von Gülle liegt weit über dem von häuslichem Abwasser. Vor allem die Anreicherung von Phosphat führt in langsam fließenden Gewässern zu starker Algenbildung (=Eutrophierung). Sterben große Mengen von Algen ab, kommt es erneut zum Sauerstoffentzug mit den genannten Folgen.

Das unzulässige Einleiten von Festmistsickerwasser oder Jauche führt in Kläranlagen zu Belastungsstößen, die nicht abgebaut werden können und die Reinigungsleistung beinträchtigen.

Mängel und Fehler bei der Lagerung und Ausbringung

Ein erhöhter Eintrag von Nährstoffen in Gewässer erfolgt durch:

Gülleausbringung auf gefrorenem Boden + Gülleausbringung auf gefrorenem Boden

Mängel und Fehler bei der Lagerung

Oftmals haben schon kleine Unachtsamkeiten große Wirkungen:

Gewässerverträgliche Lagerung von Gülle, Festmist und Jauche

Tief - oder Hochbehälter zur Güllelagerung

Im übrigen sind die Vorschriften der Anlagenverordnung (VAwS) zu beachten.

Tief- oder Hochbehälter zur Güllelagerung + Tief- oder Hochbehälter zur Güllelagerung

Dauerhafte Jauche- und Festmistlagerplätze

Im übrigen sind die Vorschriften der Anlagenverordnung (VAwS) zu beachten.

Abbildung zur Verdeutlichung der Tatsache, dass sich bei sehr hohen Einstreumengen ein höherer Platzbedarf für Festmist ergibt +
Schema einer Dungstätte mit Jauchebehälter + Schema einer Dungstätte mit Jauchebehälter

Festmist-Zwischenlager

Lagerbehälter in Wasserschutzgebieten

In Wasserschutz- und sonstigen wasserwirtschaftlich bedeutsamen Gebieten gelten besondere Anforderungen:

Gewässerverträgliche Ausbringung von Gülle

Gewässerverträgliche Ausbringung von Festmist und Jauche

Biogasanlagen

Das "Biogashandbuch Bayern" enthält Informationen zu Biogasanlagen (Kapitel: Grundlagen und Technik) sowie sämtliche Vorschriften, die zu beachten sind. Es ist in zwei Fassungen verfügbar: Kurzfassung und Materialienband. Beide Fassungen sind im Internet abrufbar. In der Kurzfassung werden die Anforderungen meist nur in Tabellenform zusammengefasst. Sie ist nur als Vorabinformation gedacht.
Für Planer, Betreiber und Behörden ist die Langfassung, der Materialienband, maßgeblich. Das Kap. 2.2.4 enthält die wasserwirtschaftlichen Anforderungen.

Weiterführende Informationen

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