Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Hochwasserschutz Teisendorf - Bereich Viaduktweg fertig gestellt

Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser HQ100 der Sur

Fertigstellte Hochwasserschutzmauer
+ Fertiggestellte Hochwasserschutzmauer

Seit November letzten Jahres führte das Wasserwirtschaftsamt Traunstein im Auftrag des Bezirks Oberbayern in Teisendorf im Bereich des Viaduktwegs die Maßnahmen zum Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser der Sur durch. Das bayerische Umweltministerium trägt 50% der Kosten, der Markt Teisendorf ist mit 30% beteiligt. Die Arbeiten konnten wie geplant Ende Mai termingerecht abgeschlossen werden. Am 04.06. fand nun die feierliche Einweihung statt.

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein Günter Hopf begrüßte die anwesenden Gäste und bedankte sich insbesondere bei den betroffenen Anliegern, dem Ingenieurbüro AquaSoli, der ausführenden Baufirma Mayerhofer und dem Markt Teisendorf für die stets gute Zusammenarbeit. Herauszuheben sei auch die aktive Beteiligung und das starke Engagement des Markts Teisendorf beim erforderlichen Grunderwerb. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass die Baumassnahme unfallfrei durchgeführt und der Zeitplan genau eingehalten werden konnte.

In seiner Festrede ging Bezirkstagspräsident Franz Jungwirth insbesondere auf die Bedeutung des Hochwasserschutzes in den bevorstehenden Zeiten des Klimawandels ein und erinnerte an das Augusthochwasser von 2002, bei dem auch der Bereich Viaduktweg in Teisendorf stark betroffen war.

„Wir dürfen nicht nachlassen, den Hochwasserschutz für unsere Städte und Gemeinden weiter auszubauen. Nur so können wir dazu beitragen, zukünftig Hochwasserschäden weiter zu reduzieren“, so Jungwirth. „Angesichts der prognostizierten Klimaänderung ist jeder Euro, der heute in den Hochwasserschutz investiert wird, eine hervorragende Investition in die Zukunft“.

In weiteren Grußworten gingen der Erste Bürgermeister von Teisendorf Franz Schießl sowie der stellvertretende Landrat des Berchtesgadener Landes Rudolf Schaupp auf die Bedeutung der Hochwasserschutzmaßnahme für Teisendorf ein.

Retentions- und ökologische Ausgleichsfläche
+ Retentions- und ökologische Ausgleichsfläche

Um die vorhandene Bebauung vor einem hundertjährlichen Hochwasser HQ100 der Sur zu schützen, wurde entlang des rechten Ufers der Sur oberhalb der bestehenden Brücke bis zur Einbindung an die vorhandene Böschung eine ca. 120 m lange Hochwasserschutzmauer errichtet Unterhalb der Surbrücke übernimmt ein 200 m langer Deich die Schutzfunktion. Im Deichhinterweg wurde auch die bisher kurz unterhalb der Brücke in die Sur mündende Regenüberlaufleitung des gemeindlichen Kanalnetzes neu verlegt.

Die Mündung des Ramsauer Bach wurde um 100 m flussabwärts bis fast zum Eisenbahnviadukt verlegt. So kann der Rückstau der Sur in den Ramsauer Bach auf ein schadloses Ausmaß reduziert werden. Das dafür erforderliche neue Bachbett wurde nach ökologischen Gesichtspunkten mit unterschiedlich steilen Ufern in naturnaher Linienführung gestaltet. Die neu entstandenen bachnahen Flächen werden der natürlichen Sukzession überlassen. Somit werden hier in kurzer Zeit ökologisch wertvolle wechselfeuchte Flächen mit großer Artenvielfalt entstehen. Der Ausbau erfolgte so, dass auch die Leistungsfähigkeit des Bachbetts bei Hochwasser verbessert wird.

Im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahme wurden auch Ausgleichsmaßnahmen in der Nähe des Sportplatzes durchgeführt. Durch Geländeabgrabungen wurde Retentionsraum für den Hochwasserfall geschaffen. Gleichzeitig entstehen hier ökologisch äußerst wertvolle Feuchtflächen.

Zusammen mit dem Neubau der Brücke wurden für die Schutzmaßnahmen am Viaduktweg fast 1,2 Millionen Euro aufgewendet.

Im Zuständigkeitsbereich des Bezirks Oberbayern wurden für Hochwasserschutzmaßnahmen an Gewässern II. Ordnung seit 1999 insgesamt nahezu 55 Millionen Euro investiert. Dazu kamen in diesem Zeitraum für die laufende Unterhaltung an den Gewässern II. Ordnung nochmals ca. 20 Millionen Euro.

Im Anschluss an Festrede und Grußworte erläuterte der Projektverantwortliche am Wasserwirtschaftsamt Traunstein Matthias Preininger den Anwesenden die getätigten Maßnahmen anhand von Schautafeln und bei einem kurzen Gang über die Baustelle.

Der Ausklang fand bei einer gemeinsamen Brotzeit im Gasthof „Alte Post“ in Teisendorf statt.