Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Eintiefung der Saalach - Bau einer Sohlrampe

Dieses Projekt wird aus Mitteln der EU kofinanziert.

Historische Entwicklung


+ Eintiefung des Flussbettes von 1920 bis 1999

In den vergangenen 90 Jahren hat sich der Grenzfluss auf seinen letzten zehn Kilometern vor der Einmündung in die Salzach um etwa fünf Meter eingetieft. Allein beim Augusthochwasser 2002 sackte der Fluss an einigen Stellen um etwa einen Meter ab. Damit besteht die Gefahr eines sogenannten Sohldurchschlags. Bei einem Hochwasser kann sich die Flusssohle binnen Stunden um mehrere Meter nach unten graben. Nachbrechende Uferböschungen, Schäden an Leitungen und ein weiteres Absinken des Grundwasserspiegels wären die Folge. Die Eintiefung führt zur Entkopplung der Aue vom Grundwasser. Dadurch verändert sich die Artenzusammensetzung in diesem geschützten Naturgebiet. Die Saalach ist durch zahlreiche Kraftwerke sowie den durch urbanen Siedlungsdruck historisch als gestrecktes Gewässer ausgeprägt.

Die Hochwässer der letzten Jahrhunderte, insbesondere das Augusthochwasser 2002 führten in der Folge zu mehreren Problemen:

  1. Intensive Eintiefungstendenz des Gewässers
  2. Sohldurchschlag in nicht standfeste Schichten, so genannter Seeton; Abrutschen der Böschungen einschließlich der Böschungssicherungen
  3. Das Gewässer zieht das Grundwasser mit in die Tiefe
  4. Entkopplung der Aue vom Grundwasser, daraus folgend Artenveränderung in diesem geschützten Naturgebiet (FFH-Gebiet - Bay, Landschaftsschutzgebiet - Sbg.)

Planung und Umsetzung der Baumaßnahme

Die Rampe befindet sich an der Grenzstrecke der Saalach zwischen Bayern und Österreich etwas oberhalb von Freilassing:
Luftbild von der Sohlrampe in der Saalach
+Sohlrampe in der Saalach

In beiden Wasserwirtschaftsverwaltungen (Wasserwirtschaftsamt Traunstein, Amt der Salzburger Landesregierung) wurde koordiniert begonnen, Gegenmaßnahmen zu konzipieren. Es stellte sich heraus, dass die bekannten und mit zahlreichen baupraktischen Erfahrungen belegten Techniken nicht zu einer umfassenden Problemlösung führen. Deshalb entschloss man sich zu einer modelltechnischen Untersuchung des Bauwerkes, was allen Anforderungen (Standsicherheit, wasserbauliche Wirkung, Naturschutz, Gewässerökologie) Rechnung trägt und Modellcharakter für ähnliche Bauwerke in großen Flüssen haben kann.

Modellversuch

Es wurde erstmalig ein klassische Rampenbauwerk untersucht, welches insbesondere Belange der ökologischen Gewässerdurchgängigkeit (EU-Wasserrahmenrichtlinie, Verbesserung des Gewässerzustandes) für diese Gewässergrößen (HQ100 = 1.000m³/s) berücksichtigt .

Ergebnis: ein standsicheres Bauwerk aus räumlich versetzten Becken und Riegeln, was modular erweiterbar ist. Es kann nach örtlichen Gegebenheiten länger oder kürzer errichtet werden ohne Einbuße der Durchgängigkeit.

Versuchsanordnung des Rampenbauwerks
+ Modellversuch

Fertiggestellte Rampe

Die Rampe wurde in der Niederwasserperiode 2005/06 komplett errichtet und hat ihre erste Belastungsprobe bei einem mittleren Saalachhochwasser im August 2006 mit Bravour gemeistert.
Alt-Text
+ Fertiggestellte Rampe in der Saalach
Saalach Rampe
Technische Daten
Fluss-km:4,600
Ort:Grenzstrecke Deutschland / Österreich
Gemeinden Ainring und Freilassing/Gemeinde Wals- Siezenheim
Bemessungsabfluss
(HQ 100):
1000 m³/s
Grundlagen:Modellversuch, TU Wien
Numerische Modellierung, TU München
Wasserbauliche Ziele:
  • Stützung der Gewässersohle
  • Anhebung des Wasserspiegels, Anbindung Grundwasser bei gleichzeitigem Erhalt der Hochwassersicherheit für die Anlieger
  • Geschiebedurchgängigkeit erhalten
Ökologische Ziele:
  • Aufbrechen der monotonen Saalachstrecke
  • Wiederherstellung typischer Lebensräume für Potamalfischarten bis hin zum Makrozoobenthos
  • Wiederanbindung der Aue
Rampenhöhe:2,05 m
Bauwerkslänge:300 m (incl. Vor- und Nachbettsicherung); Rampe: 70 m
Bauwerksbreite:52 – 70 m
Rampenneigung:1 : 32
Steinmenge:Gesamt: 21.700 t; Einzelsteine: bis 7,0 t
Finanzierung:Das Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert

Weiterführende Informationen

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