Wechseltiere (Wurzelfüßer) - Rhizopodaa
Charakteristische Süßwasservertreter dieser Gruppe sind die Wechseltierchen oder Amöben. Sie sind farblose Protoplasmatröpfchen ohne feste Zellwand und bestehen aus einem körnigen, dünnflüssigen Plasma.
Sie führen Kriechbewegungen aus, wobei lappenförmige oder verzweigte Zellausstülpungen entstehen, in die das ganze Zellplasma hineinströmen kann, die aber nach Rückfließen des Plasmas in die Zelle wieder eingezogen werden können. Diese vorübergehenden Plasmaausstülpungen bezeichnet man als Scheinfüßchen, die dadurch mit dauernder Gestaltveränderung verbundene Bewegung amöboide Bewegung.
Die Amöben vermehren sich ungeschlechtlich durch Zellteilung, manche Wurzelfüsser auch durch ein flagellatenähnliche Fortpflanzungsstadien. Unter ungünstigen Lebensbedingungen entstehen Zysten. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung verschmelzen zwei Zellen entweder im amöboiden Zustand oder in Form begeißelter Gameten.
Gruppe der Amöben
| Ordnung: Testacea - Schalenamöben |
Testacea
(Schalenamöbe)
Video (1,98 MB)
|
|
- Schalenamöben sind im Gegensatz zu den Nacktamöben leicht anhand ihrer Schale zu identifizieren. Die Schalen werden aus organischem Material hergestellt und bestehen immer aus nur einer Kammer. Beim Schalenbau verkleben die Amöben je nach Angebot z.B. Sandkörnchen, Kalkstückchen oder Kieselalgenschalen.
- Die Schale besitzt meistens nur eine Öffnung aus der die Scheinfüßchen hervorgestreckt werden.
|
Arcella sp.
(Uhrglastier)
Video (0,92 MB)
|
|
- Diese Schalenamöbe erscheint in der Aufsicht kreisrund. In der Seitenansicht sind diese Amöben mehr oder weniger helm- bzw. glockenförmig.
- Im Jugendstadium erscheint die Schale hell, hyalin und durchsichtig. Ältere Exemplare besitzen dagegen dunkelbraun gefärbte Schalen.
- Je nach Art können diese Amöben einen Durchmesser von 50 bis 150 µm erreichen.
- Als Nahrung brauchen diese Tiere Kiesel-, Faden- und Grünalgen, Flagellaten und Wimpertierchen.
- Erfahrungsgemäß findet man diese Tiere in allen Gewässertypen: Fließgewässer, Seen, Teiche und auch im Belebungsbecken von Kläranlagen.
|
Difflugia sp.
(Schmetztierchen)
Video 1 (0,94 MB) Video 2 (1,08 MB)
Bild (90 KB)
|
|
- Die Arten der Gattung Difflugia können unterschiedlich groß werden, wobei die Länge zwischen 90 und 450 µm variiert.
- Man findet die Vertreter dieser Gattung meistens in stehenden Gewässern (Tümpel, Teiche und Seen); aber auch in den ruhigen Zonen der Fließgewässer sind sie beheimatet.
|
| Ordnung: Amoebina - Nacktamöben |
Amoebina
(Nacktamöbe)
Video 1 (0,84 MB) Video 2 (1,33 MB) Video 3 (0,71 MB) Video 4 (0,70 MB)
Bild (70 KB)
|
|
- Unter dem Mikroskop erscheinen die Nacktamöben zunächst strukturlos und primitiv. Dennoch handelt es sich bei diesen Tieren um hoch organisierte Einzeller mit erkennbarem Vorder- und Hinterende und einer komplexen inneren Struktur.
- Das Zellplasma ist bei näherer Betrachtung deutlich in zwei Bezirke aufgeteilt: Das äußere schmale Ektoplasma ist durchscheinend und zäh. Der viel größere innere Bereich des Entoplasmas ist undurchsichtig, grob strukturiert und dünnflüssig.
- Der typische Lebensraum für Nacktamöben sind stehende Gewässer. Hier kommen sie besonders auf dem Gewässergrund oder auf der Unterseite von Pflanzen vor. Aber auch in Fließgewässer und in Kläranlagen findet man häufig diese Tiere.
|
Mayorella sp.
(Kristall Amöbe)
Video 1 (1,96 MB) Video 2 (0,99 MB)
Bild (45 KB)
|
|
- Die Tiere der Gattung Mayorella gehören mit zu den häufigsten Süßwasseramöben. Ihre Gestalt ist unglaublich variabel, oft grotesk, da die Scheinfüßchen unaufhörlich vorgestreckt und zurückgezogen werden.
- Zur Nahrung dieser Gattung gehören Bakterien, Diatomeen, Rädertiere und sogar Wasserflöhe.
|